Beziehung · · 3 Min. Lesezeit
Einvernehmen im Alltag, auch nach Jahren
Einvernehmen ist nicht nur ein Thema für die ersten Dates. In einer langen Beziehung verändert es seine Form, wird unausgesprochener, und genau dort verdient es ein wenig Aufmerksamkeit.
Die Macht der Gewohnheit
Forscherinnen untersuchten den sogenannten „Präzedenzfall“: Je mehr intime Momente zwei Menschen schon geteilt haben, desto eher setzen sie die Zustimmung des anderen voraus, statt nachzufragen. Das ist natürlich, doch Gewohnheit kann dazu führen, einen Abend zu übersehen, an dem der andere keine Lust hat.
Was die Forschung sagt
Ein großer Forschungsüberblick, vor allem zu jungen Erwachsenen, erinnert an einige Grundsätze, die für alle gelten: Einvernehmen wird oft ohne Worte ausgedrückt, durch Gesten und Blicke, was Raum für Missverständnisse lässt; ein Ja zu einer Sache gilt nicht für alles; und man kann seine Meinung jederzeit ändern.
Einfach und natürlich
Nachfragen ist nicht kühl. „Hast du heute Abend Lust?“, „Gefällt dir das?“: Solche Worte gehören zur Vertrautheit. Und zu wissen, dass man Nein sagen kann, ohne den anderen zu verärgern, macht das Ja freier. In der App kann übrigens jeder von euch einen Moment verschieben oder absagen, ohne sich zu rechtfertigen.
Quellen
- Willis M., Jozkowski K.N. (2019). Sexual precedent's effect on sexual consent communication. Archives of Sexual Behavior, 48(6), 1723–1734. doi.org
- Muehlenhard C.L., Humphreys T.P., Jozkowski K.N., Peterson Z.D. (2016). The complexities of sexual consent among college students: a conceptual and empirical review. Journal of Sex Research, 53(4–5), 457–487. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Wenn ihr euch in eurer Beziehung unter Druck gesetzt fühlt, könnt ihr mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Opferhilfe-Beratungsstelle sprechen.
Ein gemeinsam gewählter Rhythmus, abwechselnde Überraschungen, diskrete Erinnerungen.