Wohlbefinden · · 3 Min. Lesezeit
Berührung und Umarmungen: was sie für Körper und Paar tun
Eine Umarmung beim Nachhausekommen, Händchenhalten vor einem Film: Diese Gesten wirken unscheinbar. Forschende haben sie dennoch gemessen, und sie spielen eine erstaunliche Rolle.
Umarmungen gegen Erkältungen
In einer Studie beschrieben über 400 Erwachsene zwei Wochen lang, wie viel Unterstützung und wie viele Umarmungen sie erhielten, und wurden dann in Quarantäne einem Erkältungsvirus ausgesetzt. Wer mehr Umarmungen bekam, wurde seltener krank oder hatte mildere Symptome. Umarmungen erklärten etwa ein Drittel der Schutzwirkung der Unterstützung.
Weniger Stress, mehr Bindung
Eine Laborstudie beobachtete Paare bei einem Moment warmer Berührung: eng nebeneinander sitzen, Händchen halten, dann eine Umarmung. Wer sich vom Partner am stärksten unterstützt fühlte, hatte mehr Oxytocin, das Bindungshormon, und einen niedrigeren Blutdruck. Der Körper spiegelt die Qualität der Beziehung.
Zärtlichkeit im Herzen der Intimität
Studien mit Paaren legen nahe, dass ein Großteil des Wohlbefindens, das mit dem Intimleben verbunden ist, über Zuneigung läuft: Umarmungen, Streicheln, Vertrautheit. Zärtlichkeit ist also keine Nebensache: Sie gehört zur Intimität, auch an Abenden, an denen es bei einer Umarmung bleibt.
Quellen
- Cohen S., Janicki-Deverts D., Turner R.B., Doyle W.J. (2015). Does hugging provide stress-buffering social support? A study of susceptibility to upper respiratory infection and illness. Psychological Science, 26(2), 135–147. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Grewen K.M., Girdler S.S., Amico J., Light K.C. (2005). Effects of partner support on resting oxytocin, cortisol, norepinephrine, and blood pressure before and after warm partner contact. Psychosomatic Medicine, 67(4), 531–538. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Debrot A., Meuwly N., Muise A., Impett E.A., Schoebi D. (2017). More than just sex: affection mediates the association between sexual activity and well-being. Personality and Social Psychology Bulletin. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die zitierten Studien zeigen vor allem Zusammenhänge und Durchschnittseffekte, keine Gewissheiten für jede Person.
Ein gemeinsam gewählter Rhythmus, abwechselnde Überraschungen, diskrete Erinnerungen.